mein kleiner Blog rund um Kosmetikzeugs, Tiere, Bücher...

Sonntag, 30. März 2014

Meine Oma...

Tja wie schreibt man sowas... es geht keinen was an, aber man muss es doch loswerden und sich von der Seele schreiben, weil man nicht einfach weitermachen kann, als wenn nichts wäre...

Meine Oma ist am Freitag gestorben. Bereits am Donnerstag gegen 13 Uhr bekam ich eine SMS von meiner Mutter, dass sie in der Nacht schon ins Hospiz gerufen wurden, weil es kritisch aussah. Ich war gerade streiken, hab alles stehen und liegen gelassen und mein Schatz (dem ich das wirklich hoch anrechne!) hat mich sofort nach Hause gefahren. Als wir im Hospiz ankamen, lag meine Oma im Bett, hat nur noch geatmet, aber sonst gab es so gut wie keine Reaktion mehr, es sah aus, als würde sie schlafen, aber irgendwie war sie schon weit weg, sie hatte sich bereits auf den Weg gemacht. Ich saß an ihrem Bett, habe ihre Hand gehalten, geweint, gelacht, mich mit meiner Mum unterhalten, Kaffee getrunken und Fernsehen geschaut und das Stunde um Stunde... Donnerstag bis abends und Freitag auch nochmal. Es war eine komische Situation, man saß da und wartete und irgendwann war es schon fast normal. Freitag Abend, als wir gerade ins Bett gehen wollten, kam dann der Anruf. Sie ist nicht nochmal aufgewacht, sondern hat wohl einfach einen letzten Atemzug getan und dann war es vorbei... wir haben uns sofort auf den Weg gemacht, irgendwie war klar, dass wir sie nochmal sehen wollten. Und es war wirklich schön. Die Schwester dort hatte das Zimmer schön hergerichtet, Kerzen, leise Musik im Hintergrund, Blumen... und dann lag sie da, ganz friedlich und wir konnten in aller Ruhe Abschied nehmen... ich habe mir darüber vorher nie Gedanken gemacht, aber es war letztendlich alles gut so. Das böse Wort Hospiz finde ich jetzt gar nicht mehr so schlimm, denn es war für meine Oma der beste Ort für die letzten Tage und auch für den Abschied. Und obwohl ich sie gesehen habe, ist das alles noch so unwirklich für mich. Der Gedanke an ihren Tod ist ständig präsent und trotzdem so weit weg. Ich habe schon viel geweint und getrauert, aber ich glaube der große Hammer kommt erst noch...
Ich habe nun das ganze restliche Wochenende bei meiner Familie verbracht und dieser Zusammenhalt tat mir sehr gut. Wir haben auch schon Trauersprüche herausgesucht, die uns gefallen würden, denn wir wollen für sie keinen 0815- Spruch in die Zeitung schreiben. Für meine Mutter stand schon lange fest, dass auf der Beerdigung "Stark" von Unheilig gespielt werden soll, weil das einfach sehr passend ist. Dann haben wir noch ein Stück von André Rieu herausgesucht, denn als meine Oma noch hören konnte, war das ihr Lieblingskünstler.Und als wir einmal so dabei waren, haben wir uns gleich noch "Euch zum Geleit" von Schandmaul angehört und das werden nun wohl die 3 Lieder sein...

Ich stehe natürlich noch etwas neben mir, werde aber morgen wieder arbeiten gehen, der Alltag tut mir gut. Allein sein ist gerade ganz doof, das habe ich schon gemerkt, das geht gar nicht. Etwas Angst habe ich vor Donnerstag, da gehe ich zum Schandmaul- Konzert und wenn ich dieses Lied höre, werde ich sicherlich Rotz und Wasser heulen... und Angst habe ich auch um meinen Opa. Er ist ja schon länger im Demenzheim und wir waren gestern noch dort und haben es ihm gesagt. Er war sehr fertig, hat es auch begriffen und wir waren fast etwas erschrocken, dass er doch so klar war und er tat mir einfach nur furchtbar leid. Ich weiß nicht, ob er es heute schon wieder vergessen hat oder es doch irgendwie in sein Gedächtnis mit ein baut, aber es war wirklich sehr schwer für ihn. Er wusste noch ihren Geburtstag und wusste auch, dass sie Krebs hatte, aber sie konnten sich schon lange nicht mehr sehen und das tut mir auch irgendwie leid.

Und hinterher bereut man immer nur das, was man nicht getan hat...


Auf Wiedersehen
stark wie ein Baum der in der Sonne steht
stark wie die Wolke die vorüberzieht
stark wie ein Engel der zum Himmel fliegt

(Unheilig- Stark)

05.08.1932- 28.03.2014

Kommentare:

  1. Mein herzliches Beileid.
    Wünsch euch für die nächste Zeit ganz viel Kraft und Stärke.

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  2. Fühl dich gedrückt!

    Ich finde es sehr schön, dass du auch solche persönlichen Themen auf deinem Blog nieder schreibst.
    Es erinnert mich noch total an den Tod von meinem Opa.
    Damals fand ich es auch besonders schön nochmal "Abschied" nehmen zu können...

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  3. Mein Beileid für dich und deine Familie. Ich wünsche euch ganz viel Kraft in dieser Zeit.

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  4. mein herzliches Beileid Steffi!
    Und ganz viel Kraft für dich und deine Familie in der kommenden Zeit!
    Fühl dich gedrückt
    Anett.

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  5. Fühl' dich gedrückt :/
    Wünsche dir und deinen Lieben viel Kraft und Zusammenhalt.

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  6. Ach das ist ja so traurig.. hab beim lesen echt das Gefühl gehabt gleich mitzuweinen. Du hast das so schön und herzlich geschrieben.
    Aus meiner Familie ist noch keiner gestorben, ich kann das also noch nicht nachvollziehen, aber es muss sehr herzzerreißend sein ... Das geht über meinen Horizont hinaus. Ich hoffe dir geht es bald wieder besser und du kannst später immer positiv zurückdenken. Ich wünsch dir ganz viele liebe Menschen um dich herum, die dich verstehen aber dir im Gegenzug auch viel Kraft schenken.
    Alles Gute! :* *umarm* <3

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  7. Ich danke euch für die lieben Kommentare! Am 14.April ist nun die Beerdigung, das wird nochmal hart...

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